Dieser kleine Vogel ist ein Bewohner offener kiesiger Ufer und Bänke an natürlichen Flüssläufen wie z.B. dem ehemaligen Lech. Aufgrund dessen „Bändigung“ ging nach Begradigung und Eindeichung Platz und natürliche Auendynamik verloren, weshalb Flussregenpfeifer auf den Erhalt wichtiger Ersatzbiotope angewiesen sind. Sie stehen auf der Vorwarnliste.
Als Ersatzbiotop eignen sich am ehesten noch Baggerseen zur Kiesgewinnung, sowie Steinbrüche und andere Sand- bzw. Kiesgruben, mit denen der Landkreis glücklicherweise üppig ausgestattet ist. Daher kommen Flussregenpfeifer mittlerweile auch fernab von Flüssen – ihrem natürlichen Lebensraum -, vor. Glück im Unglück? Definitiv, aber nicht gleichwertig: Baggerseen sind oft ungeeignet aufgrund der immensen Freizeitnutzung, Ersatzlebensräume wie Kiesgruben existieren meist nur temporär limitiert. Letztere bzw. eigens angelegte Offenflächen auf Kiesböden in Lechnähe müssen regelmäßig gepflegt werden, da ein dichter Bewuchs die Sicht einschränkt und Gefahren birgt (z.B. Fuchs). Die Eier des Flussregenpfeifers sind grau und schwarz gesprenkelt (s. Bild unten) und werden oft in kleine Mulden gelegt und sind trotz guter Tarnung anfällig für Räuber. (Foto: Gerhard Mayer)
Da Weiden äußerst schnell wachsen und karge Kiesflächen innerhalb kürzester Zeit dominieren (ca. 2 Jahre) ist hier der LPV gefragt und muss manuell nachhelfen. Daher waren wir heuer mehrere Tage beschäftigt in Zusammenarbeit mit einem lokalen Landschaftspflegebetrieb im südlichen Landkreis Weidenaufkommen zu beseitigen. Hierfür ist ein kleinerer Bagger ausreichend, verwendet wurde dabei eine spezielle kammartige Schaufel, die in der Lage ist Gehölzaufwuchs ohne Kiesverlust inkl. Wurzeln „herauszukämmen“.
Wie so oft entstehen dabei Zielkonflikte und wir müssen evaluieren, wo welcher Art wie am besten geholfen werden kann: Weiden bieten v.a. im Frühjahr besonders für Wildbienen eine wichtige Pollenquelle, die somit wegfällt. Die Gewässer sind u.U. Brutplatz für seltene Libellenarten und müssen ausreichend besonnt sein, ohne zu viel an Struktur einzubüßen. Hier eine Balance zu finden ist nicht immer ganz einfach. Auch externe Faktoren erschweren eine adäquate Biotoppflege, z.B. Fördermittelunsicherheiten, die offenlassen in welchem Umfang eine Pflege in den nächsten Jahren möglich ist. Um etwaige Engpässe überbrücken zu können, müssen in knappen Jahren daher eventuell mehr Weiden entfernt werden.





