Aktuell

Brutplatz für den Kiebitz

Im Frühjahr 2019 startet ein Brutplatzmanagement für den Kiebitz mit dem Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg e.V. als Projektträger. Der Wiesenbrüter gilt als stark gefährdet und im Rahmen des Projektes sollen in Zusammenarbeit mit Landwirten angepasste Bewirtschaftungen angewandt werden, die das Nest schützen.

Noch vor 25 Jahren war der Kiebitz ein häufiger Vogel unserer Wiesen und Felder. Deutschlandweit ist der Bestand bereits um 88% zurückgegangen und nimmt auch bei uns weiter drastisch ab. Kiebitze bevorzugen feuchte, offene Flächen mit niedriger Vegetation. Besonders häufig sind sie an nassen Mulden anzutreffen, wo sie gut nach Nahrung suchen können. Den Wiesenbrüter erkennt man an seinem auffälligen Haarschopf, dem metallisch glänzenden, schwarzen Gefieder an der Oberseite und an der weißen Unterseite sowie an seinem schaukelnden Balzflug, der ihm den Namen Gaukler der Lüfte eingebracht hat.

Lange Zeit brütete der Kiebitz hauptsächlich auf Feuchtwiesen. Mit deren Rückgang wich er zunehmenden auf Ackerflächen aus. Als Bodenbrüter sind Kiebitze auf landwirtschaftlichen Flächen vielen Gefahren ausgesetzt. Im Grünland kommt es insbesondere beim Schleppen, Walzen und Mähen zu Verlusten. Im Ackerland treten viele Verluste durch die Bodenbearbeitung und mechanische Beikrautbekämpfung im Frühjahr auf.
Im Rahmen des Brutplatzmanagements, das durch die Regierung von Schwaben gefördert wird, sollen diese Verluste vermieden werden, so dass ausreichend flügge, also flugfähige, Jungtiere heranwachsen können, die den Bestand weiter sichern.

Ab März sind die Wiesenbrüterberater Dr. Uwe Bauer und Axel Del Mestre in den Brutgebieten entlang des Lechs und des südlichen Paartals unterwegs um Brutplatzstellen der Kiebitze festzustellen.
Sollte der Kiebitz auf einer landwirtschaftlichen Fläche brüten, treten Sie mit dem Bewirtschafter in Kontakt und machen Vorschläge für Maßnahmen, die das Gelege des Vogels schützen. Beispielsweise können Bewirtschaftungsfenster oder -bahnen um den Nestbereich ausgespart werden oder der Bereich um feuchte Mulden kann bei einer Einsaat ausgespart werden. Die Teilnahme daran ist freiwillig und die Landwirte erhalten für Ertragseinbußen und erhöhten Arbeitsaufwand Zahlungen aus Naturschutzmitteln der örtlichen unteren Naturschutzbehörde.

 

Eine Infobroschüre zum Thema finden Sie hier

Einen Artikel aus der Aichacher Zeitung vom 15.03.2019 finden Sie hier

 

 

Kibitz2

Die Wiesenbrüterberater für den Landkreis Aichach-Friedberg: Axel del Mestre (li.) und Dr. Uwe Bauer (r.).

 

 

Maßnahmen:

Verspätete Bewirtschaftung ab 20.05.

Belassen von Freiflächen im Acker um nasse Mulden mit einer Bewirtschaftung erst ab 1. Juli

Aussparung von Bewirtschaftungsfenster oder -bahn um Nestbereich

Kiebitzinsel als Brache innerhalb eines Ackers.

Größe von 0,5 bis 3 ha, dort findet von März bis Ende Juli keine Bewirtschaftung und Befahrung statt.

Die Maßnahmen werden zuvor mit dem AELF abgestimmt, um Doppelförderungen und Probleme hinsichtlich Prämienzahlungen und Agrarumweltmaßnahmen der Landwirtschaftsverwaltung zu vermeiden.

Für Rückfragen steht der Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg e.V. gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner: Angela Rieblinger 08251/2043319